SoVD-Landesverband Niedersachsen e.V.
Startseite Ihres Sozialverbandes > Sozial aktuell > Jugend > Aktuelles > Kinder aus bildungsfernen Familien kommen seltener aufs Gymnasium
Kinder aus bildungsfernen Familien kommen seltener aufs Gymnasium
18.08.2008
Trotz vergleichbarer Leistungen wird armen Grundschulkindern seltener das Gymnasium empfohlen. Besonders Kinder aus Familien mit geringer Bildung, niedrigem Einkommen und ausländischer Abstammung spüren diese Diskriminierung in der Schullaufbahnempfehlung. So lautet das Ergebnis einer Studie der Mainzer Gutenberg-Universität, die an Wiesbadener Schulen durchgeführt wurde.
Bei einem identischen Notendurchschnitt von 2,0 wird nur drei von vier Kindern aus der niedrigsten Einkommens- und Bildungsgruppe eine gymnasiale Laufbahn vorgeschlagen, Kindern aus wohlhabenden Familien hingegen zu 97 Prozent. Insgesamt sind es nur 14 Prozent an Grundschülern aus bildungsfernen und einkommensarmen Familien, die eine Empfehlung für das Gymnasium bekommen. Auffällig sind die Zahlen auch bei Kindern mit Migrationshintergrund (mindestens ein Elternteil oder das Kind selbst ist nicht in Deutschland geboren): Nur die Hälfte bekommt eine Empfehlung für die höhere Schullaufbahn. Grund dafür seien die besonders schlechten Einkommens- und Bildungspositionen der Eltern, denn rund 45 Prozent der Grundschüler ohne deutsche Herkunft leben in sozial benachteiligten Familien.
Als Ursachen für die Ergebnisse der Studie führen die Mainzer Wissenschaftler die unterschiedlichen Bildungswünsche der Eltern und eine unbewusste Diskriminierung der Schüler durch die Lehrer an.
